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| Andacht | |
| Advent |
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| © Gerd Altmann auf pixelio.de |
Advent – adveniat. Ankunft – es komme an. Es ist eine Zeit zum Warten. Oder etwa nicht?
Warten ist nicht zeitgemäß. Drück den Knopf und Du bekommst, was Du willst. Jetzt. Und überall, wo Du bist.
Warten – wer soll das können?
Ich denke an die Mutter, die ihrem Kind neun Monate geben muss bis zum großen Auftritt auf der Welt. Sofort da sein? Geht nicht! Was soll das für ein Kind sein, was da kommt? Ich denke an den Kranken mit Strahlen und Chemotherapie. Wann ist es soweit, operiert werden zu können? Bekomme ich mein Leben wieder? Ich denke an die in den Startlöchern zur neuen Stelle. Kann man irgendwas forcieren? Mitbewerber ausschalten?
Der Prediger: Ein jegliches hat seine Zeit!
Dann die Gegensätze, aufgezählt wie das Ticken der Uhr, das Klopfen des Herzschlags.
Ad-ve-ni-at!
Kann Gott nicht einfach den Daumen hoch halten und alles wird neu? Könnte ER, sicher.
Aber: Welchen Sinn hätte dann Deine kleine Entscheidung für's Leben? ER fängt an, ja! Und ER fängt an, wie Du's verstehst: Klein! So hast Du auch einmal begonnen. Ausgesetzt, anvertraut der Liebe und heiligen Achtung der anderen. Ein Mensch, der Dein Leben teilt und - stört, weil er so neu ist, so anders, so fremd. Weil er ein Stück des Himmels mitbringt, mitten in die Welt der eisgrauen Schläfen, die sich weder ändern will noch aus eigener Kraft kann.
Und Du hütest Dein Leben wie jene Hirten in der Nacht von Bethlehem? Lass Deine Herden zurück, sie sind beschützt! Geh, schau, (D)ein neues Leben! Mitten im Dunkel Deiner eigenen Seele, im Stall, der Dir so elend und klein vorkommt! Mitten bei Dir fängt Gott neu an. Jetzt. Alle Jahre wieder!
Warte, denn ER will ankommen bei Dir!
Pfarrer Peter-Michael Schmudde, Kläden


