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  Andacht



  Aller Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet -
aller Welt Enden, denn ich bin Gott uns sonst keiner.
  Jesaja 45,22


  Andacht zu Erntedank 2011  
  © GEP  

Dieses Psalmwort zum Erntedanktag ist seit alters her ein Mittagsgebet. Vielleicht kennen Sie die Vertonung von Heinrich Schütz. Wenn wir in größerer Gemeinschaft Mittag essen, stimmen wir diesen Satz gern an. Dankbar bin ich, dass ich mir um das tägliche Brot keine Sorge machen muss. Anfang Oktober wird in den Kirchen überall das Erntedankfest gefeiert: als Dank für die Ernte des letzten Jahres, als Dank für den gedeckten Tisch, als Dank dafür, was man im letzten Jahr erreicht hat.

Das Psalmwort bringt in mir aber auch etwas anderes zum Klingen. Schlechte Ernten oder Lebensmittelskandale können Existenzen bedrohen. Auch im reichen Deutschland gibt es wieder Menschen, die um das tägliche Brot Sorge haben. Wann ist die rechte Zeit? Auf der Welt sterben täglich 24000 Menschen am Hunger. Da schreit es mich geradezu an: „Aller Augen warten auf dich, Herr ... “
Es gibt auf der Erde genug Lebensmittel, dass niemand hungern müsste – alle hätten ihre Speise zur rechten Zeit. Erntedank gibt uns Zeit, darüber nachzudenken, wie wir mit der Natur umgehen und eine gerechte Verteilung der Güter erreichen. Damit alle einstimmen können: „Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (Psalm 145, 15)

Pfarrer Christian Rost, Tangerhütte

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