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| Andacht | |
| Warum ist der Himmel blau? |
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„Wer, wie, was? Der, die, das? Wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt, bleibt dumm.“Mit diesem Lied ruft die Sesamstraße Kinder zum Fragen auf. Tja, so einfach ist das – fragende Kinder kommen also weiter im Leben. Und ganz ehrlich, das können Kinder auch besonders gut. Da sitze ich nun ahnungslos bei Freunden am Kaffeetisch. Freue mich über die nette Gesellschaft und den duftenden Apfelkuchen. Und dann geht’s los. Es wird einem das berühmte Loch in den Bauch gefragt: Warum ist der Himmel blau? Weshalb muss ich nachts schlafen? Wo war ich, bevor ich geboren wurde? Ist mein Opa jetzt im Himmel?
Wenn, du nicht fragst…bleibst du dumm. Irgendwie schiebt das Lied die ganze Verantwortung den Kindern in die Schuhe. Sie sind die, die fragen sollen. Dazu brauchen sie aber ein Gegenüber, das die Fragen hört, ernst nimmt und sich auch noch auskennt. Gleich drei Dinge auf einmal. Möglichst nicht jemandem, dem die Schweißperlen auf der Stirn stehen und der sich versucht mehr oder weniger galant herauszuwinden. Denn irgendwie haben die Fragen der Kinder mit uns allen etwas zu tun.
Wir können uns also nicht so richtig aus unserer Verantwortung winden. Es geht alle an, die mit Kindern zu tun haben. Eltern und Großeltern, Kindergärtnerinnen und Lehrer, Paten und Pfarrer. Religiöse Erziehung und Bildung fängt nicht bei den Kindern an, sondern bei den Erwachsenen. Wir müssen die Fragen erst für uns klären. Und dazu ermutigt uns Jesus und sagt: „Ihr sollt werden wie die Kinder…“. Denn uns als Erwachsene gehen Fragen nicht so leicht über die Lippen. Und das bei kleinen Kindern so beliebte Fragewort „warum“ kommt höchst selten in unseren Gesprächen vor. Da wird sich dann doch schnell mal rausgeredet.
Aber wie oft kommen wir an unsere Grenzen und können etwas nicht beantworten. Deshalb braucht es Menschen, die sich auskennen und diese Fragen beantworten können. Wie Kindergärtnerinnen, Lehrer, Pädagogen und Pfarrer. So können wir Kindern einen Zugang zum Glauben ermöglichen und zeigen was christlicher Glaube ist. Und das kann an vielen Orten geschehen. In Kindergärten, Schulen und natürlich auch in unseren Kirchengemeinden. Denn es bleibt dabei: „Wer, wie, was? Der, die, das? Wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt, bleibt dumm“.
Pfarrerin i.E. Dorit Lau-Stöber, Stendal/Jerichow
Bild: © Gerd Altmann/ PIXELIO - www.pixelio.de)


