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Klosterkirche Drübeck
  Gedanken zur Osterzeit

  Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht
auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem,
was man nicht sieht.
  (Hebräerbrief 11,1 - Monatsspruch für Mai 2010)

   
  Lukaskirche in Berlin
  Eine Säule, die trägt:
Der Glaube
   

Am Monatsspruch für den Mai wird für mich deutlich, dass der christliche Glaube nicht immer einfach ist. Wir glauben an einen Gott, den wir nicht sehen können, und das, was wir sehen, lässt uns oft zweifeln oder gar verzweifeln.

Und doch ist es gerade der Glaube, der in schweren Zeiten Kraft geben kann.
Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer fallen…“.
So fängt nicht nur ein Kirchenlied an, sondern so erlebe ich an manchen Tagen die Wirklichkeit.
Manchmal scheint es so, als ob alles um einen herum zusammenfällt und man selbst keinen festen Boden mehr unter den Füßen hat. Weil man sehr krank wird, weil eine Beziehung auf der Kippe steht, weil man um jemanden trauert, weil ein großer Traum zerplatzt…

Was ich dann am wenigsten gebrauchen kann, sind diese Floskeln – auch wenn sie gut gemeint sind: „Mach dir nichts draus. Kopf hoch, das wird schon wieder.“ Manchmal scheint es, als würde gar nichts mehr schnell gut werden. Da liegt alles in Trümmern, und das lässt sich auch nicht wegreden.
Ich habe gelernt, mich dann jener Säulen zu vergewissern, die es immer noch gibt; die mir zeigen, nicht alles ist dahin. Säulen können für mich Menschen sein: die Familie, gute Freunde, eine Nachbarin – Menschen, mit denen ich reden kann.

Säulen können auch Dinge sein, die mich freuen, die mir Spaß machen: mein Beruf, ein Hobby…
Meine größte Säule aber ist mein Glaube. In dem Lied heißt es: Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt: er hält sein Versprechen.

Für mich ist das ein großer Trost. Ich glaube nämlich, dass das, was ich sehe, nicht alles ist. Es gibt hinter der sichtbaren Wirklichkeit noch mehr. Mein Blick ist aber von dem, was ich sehe – von den Trümmern – oft so verstellt, dass ich nichts anderes wahrnehmen kann. Aber gerade dann möchte ich an meinem Glauben festhalten. Gott vertrauen. Darauf, dass Gott mich nicht alleine lässt.
Ganz oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass Menschen gerade aus schweren Situationen gestärkt herausgegangen sind und wieder Halt im Leben gefunden haben. Das Vertrauen auf Gott, der mich in allem hält, kann dabei helfen.

Bei manchen Dingen werde ich den Sinn nie verstehen. Aber ich glaube daran, dass wir in allem, was uns passiert, nie aus Gottes Hand herausfallen. Daher mag ich dieses Lied besonders gerne:
„Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer fallen. Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt: Er hält sein Versprechen. Deine Zeit und alle Zeit stehn in Gottes Händen.

Dieses Vertrauen wünsche ich Ihnen – besonders in schweren Zeiten!

Pfarrerin Kerstin Marx, Bismark

(Bild zum Monatsspruch: © Rolf Handke / PIXELIO - www.pixelio.de)

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