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Stendal:
Bahnhofsmission auf Probe

   
  Stendaler Bahnhofsmission
  Ihre Mission:
Hilfsbedürftigen auf dem Stendaler
Hauptbahnhof helfen
   

Im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders gab es ein Schnupperangebot der Initiative zur Gründung einer Ökumenischen Bahnhofsmission in Stendal. Mit dabei waren Bahnhofsmissionare aus Magdeburg und Halberstadt. Auch die Leiterin der Magdeburger Stadtmission, Schwester Erika Tietze, hatte es sich nicht nehmen lassen, auf dem Bahnsteig kleine Präsente und Informationen aus einem Bauchladen heraus zu verteilen. Unterstützt wurde sie von zwei Halberstädter Konfirmanden, die im Rahmen eines Praktikums zehn Stunden in einer Bahnhofsmission im Einsatz sind.

Musikalisch lag die Gestaltung des Nachmittages in der Hand des Trompetenquartetts der Musik- und Kunstschule Stendal unter Leitung von Marc Jacko. Sie spielten Weihnachtslieder im Gebäude und auf dem Bahnsteig – was gar nicht so leicht war. Um Reisende zu erfreuen, musste die Gruppe rechtzeitig bei Einfahrt eines IC draußen aufgebaut haben. Wegen der...

... Verspätungen im Zugverkehr, war das ein zum Teil etwas hektischer Einsatz auf Abruf. Ein besonderer Dank ging an die vier jungen Bläser. Gesprächspartnerin für die Besucher war auch Petra Ewert aus Tangermünde, die den Allgemeinen Behindertenverband in der Altmark leitet. Sie ist selbst Rollstuhlfahrerin und weiß, wie schwierig es ist, über Stendal mit dem Zug zu verreisen. Umstiegshilfen für behinderte oder ältere Menschen sind schließlich eine Schwerpunktaufgabe einer Bahnhofsmission.

Stendaler Bahnhofsmission  
Propst Christof Hackbeil im Einsatz
für die Stendaler
Bahnhofsmission
 

Eine andere Zielgruppe der Bahnhofsmissionen sind Menschen in sozialer Not wie zum Beispiel Nicht-Sesshafte. Die Bahnhofsmissionen sind ein niedrig schwelliges Hilfeangebot, das zunächst nur einen Raum und persönliche Ansprache bietet. Darüber hinaus arbeiten sie mit speziellen sozialen Einrichtungen wie Tafeln und Beratungsstellen zusammen. „Wir sind ein personelles Angebot“, berichtet Konstantin Schnee, der Leiter der Halberstädter Bahnhofsmission. Er hat vielfach erfahren, dass sich Menschen auf dem Bahnhof leicht ansprechen lassen und gern Hilfe annehmen. Aber ihm ist auch wichtig, dass diese persönliche Kontaktarbeit aus einer bewusst christlichen Einstellung kommt. In über 100 Städten in Deutschland wird dies schon über 100 Jahre in ökumenischer Gemeinschaft praktiziert.

Was ist konkret aber der Grund, warum es in Stendal eine Bahnhofsmission geben soll? Der Anstoß kam von der Bahn selbst. Karin Meyer, Bahnhofsmanagerin in Magdeburg und auch zuständig für Stendal, sprach Schwester Erika Tietze an und diese gab die Anfrage an den Propst und den Superintendenten weiter. Ab Herbst 2010 hat die Deutsche Bahn selbst kein Personal mehr auf dem Bahnhof außer im Schalterdienst. Dafür jede Menge geeignete Räume. Nun bot die Bahn Räume für eine Bahnhofsmission kostenfrei an, was die Übernahme der Betriebs- und Kommunikationskosten einschließt. Dafür sollen Ehrenamtliche, die dafür ausgebildet werden, zu den Stoßzeiten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Unter den mehr als 4000 Reisenden, die täglich in Stendal ein-, aus- und umsteigen, gibt es regelmäßig Menschen, die Hilfe benötigen. Auch die Bundespolizei im Bahnhof Stendal ist überzeugt, dass ein soziales Angebot auf dem Bahnhof nötig ist. Immer wieder landen Menschen mit persönlichen Problemen auf dem Bahnhof, die nicht mehr weiter wissen.

Die Notwendigkeit der Aufgabe ist vielen Akteuren in Stendal bewusst. Stadt und Landkreis zeigen sich aufgeschlossen. Die Caritas bietet sich als Partner an ebenso wie die Bürgerinitiative Stendal. Das Diakonische Werk der EKM in Halle ist einbezogen wie die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Finanzielle Zusagen gibt es jedoch nur vom Evangelischen Kirchenkreis Stendal, dessen Kreissynode eine Beteiligung an der Finanzierung beschlossen hat. Auch eine erste Spende von 100 € ist eingegangen. Doch vor allem werden Ehrenamtliche gesucht, die sich für diese neue und sinnvolle Aufgabe begeistern lassen. Aber auch da gibt es positive Signale: vier Frauen haben bereits Interesse signalisiert.

Stendaler Bahnhofsmission
Trompetenquartett der Musik-und Kunstschule Stendal.

Propst Christoph Hackbeil

"Eine Bahnhofsmission für Stendal"

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