Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
Gedanken zur Jahreslosung 2009 aus Lukas 18,27
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Hell brennt die Wunderkerze in der Hand von Antonius. Er schaut in das Licht und ist fasziniert von den sprühenden Funken. Ob kleines oder großes Feuerwerk, wir staunen und wir träumen, und mancher fragt sich, was das neue Jahr bringen wird an neuen und vielleicht überraschenden Ereignissen, an glänzenden oder dunklen Tagen.
Die Jahreslosung aus Lukas 18,27 kann uns in diesem Jahr durch alles, was geschieht, begleiten: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Und das Gedenken an Johannes Calvin, der 1509 geboren wurde, ruft uns das Leben des Genfer Reformators in Erinnerung.
Johannes Calvin wollte von den Genfern einen konsequenten Glaubensgehorsam. Dabei geriet er mit der Stadt so sehr aneinander, dass er für eine Zeit nach Straßburg ausweichen musste. Als man ihn dann zurückrief, zögerte er, da ihm Straßburg inzwischen lieb geworden war. Doch war da nicht sein Glaubensgehorsam gefragt, dem Ruf nach Genf zu folgen? Calvin ging endlich und setzte sich großen Anfeindungen und Schwierigkeiten aus. „Was bei den Menschen unmöglich ist“, nämlich sich auf ihre eigene Kraft und Sicherheit zu verlassen, „das ist bei Gott möglich“, nämlich uns auf einen Weg zu rufen, der für uns schwer und steinig sein kann, der aber von ihm gesegnet ist.
Johannes Calvin schrieb dem französischen König in seiner Autorität als inzwischen berühmter Geistlicher französischer Abstammung und warb für das Ende der Verfolgung der evangelischen Gemeinden in Frankreich. Dabei musste er erfahren, dass seine Stimme nicht gehört und seine Hoffnung auf Anerkennung des evangelischen Bekenntnisses in Frankreich nicht erfüllt wurde. Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt? Calvin war nicht alles möglich. Er stieß an die Grenzen seines Einflusses. „Was bei den Menschen unmöglich ist“, weil wir an unsere Grenzen stoßen, trotz Glaubens und großen Einsatzes, „das ist bei Gott möglich“, nämlich das fortzuführen und zu vollenden, was in unseren Händen bruchstückhaft geblieben ist.
| Johannes Calvin stritt für sein Konsistorium, dass es die Macht bekommen solle, die nicht dem Glauben gehorsamen Genfer aus der Kirche auszuschließen. Spott und Schmähungen zog er deshalb auf sich. Wollte er eine Glaubensdiktatur errichten? Hatte er zu wenig Toleranz? Beide Begriffe gab es damals noch nicht. Er setzte sich nicht durch. Das Gewissensgericht fand nicht statt – zum Glück, da wir als Menschen nicht in die Herzen schauen können. Das kann nur Gott. Ein Gericht über die Gesinnung und das Herz bleibt uns unmöglich. „Was bei den Menschen unmöglich ist“, über das Herz des anderen zu urteilen, „das ist bei Gott möglich“ und nur bei ihm gut aufgehoben: das Gericht und das Urteil über unseren Glauben. | ![]() |
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| Johannes Calvin (1509 - 1564) |
Johannes Calvin, vor 500 Jahren geboren, zeigt beispielhaft, wozu uns die Jahreslosung anleiten kann: Gottvertauen auf den neuen Wegen des Jahres 2009, Trost bei allem Unvollendetem und Vorsicht in allem Urteilen übereinander.
Wenn wir dies unseren Kindern vorleben, können sie gespannt und ohne Furcht in die Zukunft blicken, wie Antonius in seine Wunderkerze. Und eine kindgerechte Darstellung des Lebens von Johannes Calvin hat Antonius auch in seinem Bücherschrank, herausgegeben von der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Die Geschichte von Johannes Calvin“ im kleinen Mini-Bilderbuch-Format. (pg)


