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Friedenskirchentag in Schönhausen

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und der Magdeburger
Bischof Gerhard Feige halten die Predigten

Heinrich Bedford-Strohm
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, predigte im Eröffnungsgottesdienst

Aus der Ferne ist Gewitterdonnern zu hören, als am Sonntag, dem 10. Juni, gegen 13 Uhr bei den verhüllten Kanonen am Schönhauser Bismarck-Museum die Podiumsdiskussion beginnen soll. Die Themenangabe lautet „Quo vadis Europa?“ – „Was wird aus Europa?“ Hier kommt auch der „Brexit“ zur Sprache, für den es in Großbritannien bei einer Volksabstimmung eine knappe Mehrheit gab. Weswegen votierten so viele Briten gegen einen Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union? Aus eigener Anschauung und Erfahrung konnte Bruce Rienstra berichten. Er ist Pfarrer der Angilikanischen Kirche in Worcester. Desweiteren nahmen Dr. Andrea Hopp von der Otto-von-Bismarck-Stiftung, Pfarrerin Eva Hadem, die Friedensbeauftragte der Mitteldeutschen Landeskirche, und der Europa-Abgeordnete Arne Lietz (SPD) an der von Propst Christoph Hackbeil geleiteten Diskussion teil.

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion mit dem Europaabgeordneten Arne Lietz (SPD), Dr. Andrea Hopp.
Propst Christoph Hackbeil, Reverend Bruce Rienstra und Pfarrerin Eva Hadem

Die Hoffnung, das Gewitter würde an Schönhausen und seinen 10. Altmärkischen Ökumenischen Kirchentag vorübergehen, schwand mit der Zunahme des Donnerns und der Blitze. Schließlich ergoss sich ein sintflutartiger Regen über das Festgelände zwischen der Körnerstraße und dem Barockpark. In dieser Situation leerten sich der gut besuchte „Markt der Möglichkeiten“ und das ebenso frequentierte Kinder- und Jugendprogramm im „Familienpfarrgarten“ hinter dem Pfarrhaus schnell. Die vielen Kirchentagsbesucher strebten allerdings nicht ihren Autos und der Heimreise entgegen, sondern suchten in großer Zahl Schutz in der Kirche und auch im Gemeindehaus. In der Kirche wurde spontan gesungen. Wenig später begann hier die „Versöhnungsmusik aus dem Elsass“, ein Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert aus Salzwedel. In der Winterkirche lief gerade die Bibelarbeit zu einem Textabschnitt aus dem Lukasevangelium mit der ehemaligen Pfarrerin von Osterburg und Predigerseminarsdirektorin Hanna Kasparick.

Alle Veranstaltungen des sehr geballten Kirchentagsprogramms waren ausnahmslos gut besucht, so zum Beispiel auch Dr. Andrea Hopps Vortrag über „Bismarck: Krieg und Frieden“. In ihm sprach sich die Leiterin des Bismarck-Museums für eine Bildungsarbeit aus, zu deren pädagogischen Zielen Friedfertigkeit gehört. Dem in Schönhausen geborenen Otto von Bismarck habe es hieran wohl gemangelt. Zeitlebens habe ihn und sein Handeln eine große innere Unruhe geprägt.

Elbkammerchor
Der Elbkammerchor in der Schönhauser Kirche

Begeisterung lösten auch die beiden qualitativ absolut hochwertigen Chorkonzerte des Projektchors der neuapostolischen Kirchengemeinden der Altmark als auch des Elbkammerchors aus. Letzterer ist ein nur zu den Altmärkischen Kirchentagen zusammen tretender Chor aus den Kirchenmusikern der Altmark.  Auch die neuapostolischen Sänger kamen nur anlässlich des Kirchentags zusammen. Beide Chöre brachten ein Repertoire von der Klassik bis zur Moderne zur Aufführung.

„Mr. Joy“, der christliche Allroundkünstler, verbindet atemberaubende Akrobatik mit biblisch-christlicher Botschaft. Leider wurde seine zweite Aufführung ein Opfer der Wetterkapriolen.

Mr. Joy
Mr. Joy

Nach ungefähr einer halben Stunde hörte der Regen auf. Die Aktiven der Feuerwehr, die Suppe aus der Gulaschkanone, Bratwurst und Getränke anboten, waren so lange in ihrem Verkaufszelt zusammen gerückt. Ähnlich handhabten es auch Bäckermeister Sebastian Groß und sein Team. Das von ihm im Holzofen gebackene „Flutbrot“, eine Reminiszenz an den fünften Jahrestag des Deichbruchs, fand großes Interesse unter den Kirchentagsbesuchern. Außerdem waren Kassler, Sauerkraut und Getränke im Angebot.

Der übrige „Markt der Möglichkeiten“ schloss weitgehend nach der Unwetterpause, auch der „Familienpfarrgarten“.  Den „Markt“ bildeten verschiedene Vereine, Organisationen und auch diakonische Einrichtungen mit ihren Angeboten und Präsentationen. Unter den Marktteilnehmern befanden sich auch das Stendaler Hospiz mit einem Kuchenstand, der Schönhauser Kita-Förderverein mit frisch gebackenen Waffeln und die Landfrauen mit Zuckerwatte. Die Schönhauser Bibliothekarinnen Christel Guss-Siedler und Ingrid Poppe luden zur Vorlesestunde in die Bibliothek ein. Petra Lobitz und Bernd Witt hatten Spezialitäten aus dem Kloster Jerichow im Angebot.

markt der Möglichkeiten
Auf dem Markt der Möglichkeiten

Im Familienpfarrgarten zog unter Anderem der „Menschenkicker“ die Aufmerksamkeit der jüngeren Kirchentagsbesucher auf sich. In ihm konnten Kinder und Jugendliche Fußball nach Art der Holzfiguren auf einem Tischkicker spielen… Die neu gegründeten Pfadfinder aus Werben luden in ihr Pfadfinderzelt und Heike Buchholz und Hagen Siedler sowie die Gemeindepädagogen des Kirchenkreises in ihre jeweiligen Kreativwerkstätten ein.

Vor dem Abschlussgottesdienst mussten die 600 Kunststoffstühle trocken gewischt werden. Zum Glück waren die Aktiven aus der Kirchengemeinde auch auf diese Situation gut vorbereitet. Hatte den Startgottesdienst die Jazzsängerin Sarah Kaiser musikalisch mitgestaltet, so war nun ein großer gemischter Posaunenchor für die musikalische Begleitung zuständig. Auch die Schönhauser Bläser hatten sich zusammen mit Pfarrer Hartwig Janus intensiv auf die unterschiedlichen Kirchentagsauftritte vorbereitet.

Eröffnungsgottesdienst
Eröffnungsgottesdienst an der Schönhauser Kirche

Die Abschlusspredigt hielt der katholische Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg. Er ermutigte die Anwesenden, sich beharrlich für den Frieden einzusetzen, auch angesichts von Rückschlägen. In eine ähnliche Richtung ging vormittags im Eröffnungsgottesdienst auch der Prediger Heinrich Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche und Deutschlands, also der höchste deutsche evangelische Geistliche, verglich den Frieden mit einer Saat, die immer wieder ausgesät werden müsse, damit der Frieden wachsen könne.

Bischof Gerhard Feige
Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg

Das prägnante, absichtlich doppeldeutige Motto des Kirchentags lautete „Frieden geht“.

Fotos: 1-3 und 5-6 Jörg Kluge, 4 Ralf Euker

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