70 Jahre nach der Reichspogromnacht:
Ökumenisches Gedenken in Stendal
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| Auf dem Weg zum jüdischen Friedhof | |
Mitten im Psalmgebet zerriss am Sonntag, dem 9. November, ein lautes Krachen die andächtige Atmosphäre in der Stendaler Annenkirche. Dann hörte man das Klirren von Scherben, die zusammengefegt wurden. Viele der ungefähr 120 Menschen, die sich zum diesjährigen ökumenischen Pogromnachtsgedenken in der katholischen Kirche eingefunden hatten, erschraken. Das absichtlich herbeigeführte Erschrecken sollte für den Schrecken stehen, den Deutsche am 9. November 1938 in das Leben ihrer jüdischen Mitbürger brachten. Außerdem wurden die erschütternden Ereignisse von vor genau 70 Jahren durch vorgelesene Zeitzeugen-Berichte vergegenwärtigt.
Unzählige jüdische Geschäfte und circa 1400 Synagogen wurden seinerzeit zerstört. 400 Menschen bezahlten den nationalsozialistischen Gewaltexzess mit dem Leben.
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| Eine "Jahrzeit-Kerze", ein jüdisches Grablicht | |
Nach dem Gottesdienst begab sich die Gedenkgemeinde an den ehemaligen Standort der Stendaler Synagoge am Ostwall. Hier wurde eine neue Erinnerungstafel enthüllt. Anschließend führte der Gedenkweg die Teilnehmer auf den jüdischen Friedhof. Sie entzündeten so genannte „Jahrzeitkerzen“, jüdische Grablichter, und stellten sie auf die Grabsteine. Normalerweise stellen Angehörige jüdischer Verstorbener solche Lichter am Jahrestag des Todes auf die Gräber. Pfarrerin Daniela Schröder forderte die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung dazu auf, die Grablichter „stellvertretend" für die im Holocoust ermordeten Angehörigen der hier Bestatteten zu entzünden.
Mit dem Pogromgedenken am 9. November wurde in Stendal auch die diesjährige Friedensdekade eröffnet. Erfahren sie hier...
...die einzelnen Termine und Themen der Dekade-Veranstaltungen.


