31.12.2025
Wort zum Jahreswechsel 31.12.2025

"Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen/ Mein sind die Jahre nicht/ die etwa möchten kommen Der Augenblick ist mein/ und nehm‘ ich den in acht So ist der mein/ der Jahr und Ewigkeit gemacht." – Andreas Gryphius, 1616-1664, deutscher Dichter und Dramatiker  

Der Papst kritisiert, dass die Menschen immer weniger über den Tod reden. Als ich das in der Zeitung gelesen habe fiel mir der Andereas Gryphius ein. Dieser Dichter und Dramatiker bringt es auf den Punkt:"Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen/ Mein sind die Jahre nicht/ die etwa möchten kommen Der Augenblick ist mein/ und nehm‘ ich den in acht So ist der mein/ der Jahr und Ewigkeit gemacht." Augenblicke im letzten Jahr. Was gab es, worüber konnte ich mich freuen? Wo gab es Momente, da mir die Augen funkelten und das Herz vor Freude hüpfte? Augenblicke können uns so viel Freude und Wärme schenken. Erinnern wir uns nur an die Heilige Nacht: ein Stern am Horizont, die Weisen folgtem ihm, ein Kind in der Krippe und die anbetenden Hirten- für einen Augenblick- die Schar der himmlischen Heerscharen- die Sehnsucht nach Frieden auf Erden. Der Liederdichter Jochen Klepper wußte:"Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und Schuld, doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kommt Euch die Rettung her."

Dafür braucht es eine Unterbrechung im Alltag, ein Innehalten und Durchatmen, ein wenig Besinnung!

Wir sind und bleiben ein wanderndes Gottesvolk und das, trotz allen Versuchen sich einzurichten, festzuhalten und zu sammeln.

Mich persönlich stimmt es traurig, dass die Menschen im Durchschnitt 1/3 ihrer Lebenszeit mit digitalen Medien verbringen. Vor uns liegt ei neues Jahr mit 365 Möglichkeiten Augenblicke zu erhaschen und zu genießen. So lasst uns noch lesen was Johann Wolfgang von Goethe, (1749-1832, deutscher Dichter und Politiker) einst verfasste:

 

"Genieße mäßig Füll und Segen,

Vernunft sei überall zugegen,

Wo Leben sich des Lebens freut.

Dann ist Vergangenheit beständig,

Das Künftige voraus lebendig,

Der Augenblick ist Ewigkeit."

In diesem Sinne ein erfülltes und gesegnetes 2026, das unter der Jahreslosung steht: "und Gott sprach: siehe ich mache alles neu!"

 

Joachim Thurn, Pfarrer in St. Georg-Salzwedel