01.02.2026
Worte aus der Kirche zum 1.2.2026

Nach dem Weltuntergang | Haben Sie es bemerkt? Seit Jahresanfang ist schon dreimal die Welt untergegangen.

Ein Jahrhundertsturm mit apokalyptischen Ausmaßen, gepaart mit gigantischen Schneefällen, fegte über die Welt hinweg und bedeckte alles, was sich nicht unter einem sicheren Dach versteckte. Das war das erste Mal. Danach wurde es warm. Also nicht richtig warm, aber so warm, dass es regnen konnte, auf den gefrorenen Boden. Das war der zweite Weltuntergang. Alles fiel aus, denn alle fielen hin. So zumindest die Sorge. Der dritte Weltuntergang war am Anfang dieser Woche. Unsere Kinder scherzten schon: „Heute Nacht schneit es. Morgen fällt bestimmt die Schule aus.“ Schülerinnen und Schüler warteten lange bis umsonst an den Haltestellen. In Salzwedel gab es etwas Blechschaden. Im Kreis Stendal fiel die Schülerbeförderung aus.

Man erkennt einen Weltuntergang daran, dass die Schulbusse nicht fahren und ganz viele Menschen Homeoffice machen. Und dass der Wetterdienst vor Unwetter warnt. Mein Handy warnt mich schon, wenn es nachts unter Null grad geht. Ansonsten ist alles wie immer.

Sicherheit wird bei uns groß geschrieben. Sie ist nicht umsonst eines der wichtigsten Bedürfnisse von Menschen. Vieles andere bleibt dabei auf der Strecke. Schlittern auf dem zugefrorenen See? Viel zu gefährlich. Zu recht sind Eltern da vorsichtig geworden. Und doch – wie faszinierend, auf dem Wasser laufen zu können wie Jesus! Auch das Klettern auf hohe Bäume gehört dazu. Da könnte man sich ja verletzen. Spielplätze müssen auch unbedingt sicher sein. Manchmal ist Arbeitsschutz auch nur Schutz vor Arbeit.

Es ist schwer, da nicht auf einer Seite vom Pferd zu fallen. Der eine will lieber Sicherheit, die andere ist wagemutiger. Jesus war wagemutig. Er hat seine Sicherheit bei Gott eingetauscht und dafür unsere Unsicherheit in Kauf genommen. Sein Weg hat ihn in die Krippe und schließlich ans Kreuz geführt. Vor diesem Fall hat ihn kein Wetterdienst gewarnt. Das ist für uns zum Wendepunkt der Weltgeschichte geworden. Weil er nach dem Fallen wieder aufstand.