01.03.2026
Worte aus der Kirche zum 1.3.2026

4000 Wochen

„Schon wieder eine Woche rum“, höre ich oft andere sagen oder sage ich manchmal auch zu mir selbst. Die Zeit vergeht wie im Fluge und je älter man wird, umso schneller vergeht sie.

Vor einiger Zeit fiel mir ein sehr interessantes Buch in die Hände:

4000 Wochen: Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement von Oliver Burkeman

Der Autor stellt in seinem Buch dar, dass ein durchschnittliches Menschenleben ungefähr nur 4000 Wochen währt. Bei manchen sind es sogar auch 5000 Wochen, dann ist man schon weit in den Neunzigern.

Das hat mich doch sehr nachdenklich gemacht. Wenn eine Woche so schnell vergeht, sind 4000 oder sogar 5000 Wochen offensichtlich doch nicht so viel.

Was könnte man tun, damit man die Zeit, die ja immer irgendwie geschenkte Zeit ist, gut zu nutzen. Problem, wenn man sich zu sehr in irgendwelche Aktivitäten stürzt, vergeht sie nur noch schneller.

Vielleicht ist es auch ein Problem unserer Tage, dass wir es verlernt haben die Zeit zu entschleunigen. So seltsam es sich anhört, das kann geschehen durch: Langeweile, warten und nicht zuletzt auch etwas zu erwarten (sich auf etwas freuen können). Heute muss alles immer gleich und sofort sein, Vorfreude gibt es fast schon nicht mehr.

Die 6 Wochen der Vorbereitungszeit auf Ostern wären eigentlich eine gute Gelegenheit zu entschleunigen, sich wieder Zeit zu nehmen für sich selbst, für andere und natürlich auch für Gott.

Eines der schönsten Komplimente, die ich mal bekommen habe, war die Aussage: Herr Pfarrer, wenn man sie sprechen will, sie haben immer Zeit.

Stimmt zwar nicht, aber das wäre doch ein wirklich gelungenes Zeitmanagement.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute, das heißt eine erfüllte Zeit.

Andreas Lorenz

Kath. Pfarrer von Gardelegen und Salzwedel