15.03.2026
Worte aus der Kirche zum 15.3.2026
Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, liebe Leserinnen und Leser, wofür es sich eigentlich zu leben lohnt. In der Bibel heißt es: Sorgt euch nicht darum, was ihr essen oder trinken werdet; jedem Tag genügt seine eigene Plage.
Es lohnt sich zu leben, weil wir immer wieder spüren dürfen, dass in uns noch ein anderes, tieferes Leben steckt – eines, das oft im Alltag untergeht, weil wir meinen, eine bestimmte Rolle erfüllen zu müssen.
In der Passionszeit beschäftigen wir Christinnen und Christen uns mit dem Leiden und Sterben Jesu Christi. In vielen Gesprächen höre ich die Frage:
„Wie kann Gott das zulassen – so viele Menschen sterben, niemand gibt nach, und das Leiden nimmt immer weiter zu?“
Wir leben eben noch nicht im Reich Gottes, sondern hier auf der Erde. Und wir Menschen tun uns schwer damit nachzugeben. Wir wissen, dass Aggression meistens wieder Aggression hervorruft.
Wie also sollen wir unseren Weg gehen, angesichts all der Katastrophen, von denen wir täglich lesen?
Der Weg der Passionszeit lädt ein, bewusst zu verzichten, sich auf das Wesentliche zu besinnen – und dann mit neuer Kraft und Mut weiterzugehen.
Martin Luther hat es einmal so beschrieben: Sorgen dürfen, wie Vögel um unseren Kopf kreisen, aber wir müssen darauf achten, dass sie in unserem Kopf keine Nester bauen.
Wagen wir also Vertrauen – so wie es uns jetzt die Winterlinge und Schneeglöckchen zeigen, die den Frühling ankündigen. Vielleicht hilft uns auch ein altes Lied:
Wie ist doch die Erde so schön, das wissen die Vögelein. Sie singen so fröhliche Lieder in blauen Himmel hinein. Und Maler und Sänger, die wissen es – und viele andere Leute. Wer nicht malt, der singt es, und wer es nicht singt, dem klingt es vor lauter Freude ins Herz hinein.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Wochenende.
Ihr Joachim Thurn