22.03.2026
Worte aus der Kirche zum 22.3.2026
Ein großes Herz
In diesen Wochen denken wir an das Leiden von Jesus Christus. Was war das Besondere an Jesus? Es war seine große Liebe zu den Menschen. Diese Liebe machte keine Unterschiede. Sie galt allen Menschen, auch denen, die ganz am Rande waren. Zu seinen Schülern sagte Jesus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie euch geliebt habe.
Ein Mann, der diese Liebe überzeugend lebte, war der schottische Pastor Thomas Guthrie. Er wirkte im 19. Jahrhundert in Edinburgh in Schottland. Durch die Industrialisierung waren viele Tausende verarmt und lebten in großem Elend. Besonders bewegte Guthrie das Schicksal der Kinder, die hungrig auf der Straße spielten und keine Chance hatten eine Schule zu besuchen.
Zum Entsetzen seiner Landsleute ging Pastor Guthrie in die Elendsviertel der Stadt. Er hörte zu, tröstete, ermahnte und half, wo er konnte. Bald war ihm klar, dass die Kinder nur dann der Armut entfliehen können, wenn sie eine Schulbildung und eine Ausbildung bekommen. So setzte er sich für die Gründung von Schulen ein, wo diese Kinder kostenlos unterrichtet und mit Mahlzeiten versorgt wurden.
Anders als die damals übliche Pädagogik setzte Guthrie nicht auf Strafen, sondern auf Güte. Er schrieb: „Um unsere Ziele zu erreichen, setzen wir auf die fast allmächtige Kraft christlicher Güte. Auf harte Worte und noch härtere Schläge verzichten wir. Die sind den Kindern von zu Hause leider nur allzu vertraut.“ Schon nach wenigen Jahren sank die Kriminalitätsrate unter Kindern deutlich. Durch Schule und Beruf entkamen viele Kinder der Armut.
Pastor Guthrie hatte ein großes Herz. Die Liebe Gottes prägte sein Leben. Sie soll auch unser Leben prägen.
Pastor Andreas Henke,
Apenburg