24.05.2026
Worte aus der Kirche zum 24.5.2026

Zwischen Aufregung und Segen

Wenn an diesem Wochenende morgens schon früh das Bad blockiert ist, Krawatten gesucht werden, Blumensträuße durchs Haus wandern und irgendwo jemand ruft: „Wir müssen los!“, dann ist wieder Konfirmationszeit in unserem Kirchenkreis. In vielen Familien liegt Aufregung in der Luft. Manche Jugendlichen wirken erstaunlich gelassen, andere zählen innerlich vermutlich jede Minute, bis es losgeht.

Und doch spüren viele: Dieser Tag ist mehr als ein Familienfest mit schönen Fotos und gut gedeckten Tischen. Die Konfirmation erzählt davon, dass junge Menschen ihren eigenen Weg beginnen. Sie stehen an einer Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Vieles verändert sich: Freundschaften, Träume, Fragen und manchmal auch die Sicht auf die Welt.

In den vergangenen Monaten haben wir in der Konfirmandenzeit gemeinsam gelacht, diskutiert und nach Antworten gesucht. Dabei ging es um Gott und die Welt, aber oft auch um ganz persönliche Fragen: Wer bin ich eigentlich? Was gibt mir Halt? Und was trägt mich, wenn das Leben einmal schwierig wird?

Mich beeindruckt immer wieder, wie klug, ehrlich und feinfühlig viele Jugendliche heute sind. Sie machen sich Gedanken über ihre Zukunft, über Gerechtigkeit und darüber, wie man miteinander umgeht. Gleichzeitig erleben viele einen großen Druck: alles richtigmachen, mithalten, funktionieren. Umso wichtiger ist die Botschaft der Konfirmation: Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Gottes Liebe hängt nicht von Noten, Likes oder Erfolgen ab.

Darum gratulieren wir allen Konfirmandinnen und Konfirmanden von Herzen. Mögen sie Menschen an ihrer Seite haben, die ihnen Mut machen. Mögen sie Vertrauen ins Leben gewinnen und immer wieder spüren: Gottes Segen begleitet sie – an festlichen Sonntagen genauso wie an grauen Montagen.

Und vielleicht werden manche Erwachsene beim Zuschauen plötzlich selbst wieder ein bisschen 14 Jahre alt. Sie erinnern sich an die eigene Aufregung vor dem Einzug in die Kirche, an schiefe Familienfotos oder daran, wie groß plötzlich alles wirkte. Vieles ist seitdem vergangen. Aber der Segen bleibt. Und genau darum feiern wir diese Tage mit Freude: weil jungen Menschen zugesprochen wird – du bist nicht allein auf deinem Weg.

Ihre und Eure Pfarrerin Dorit Lau-Stöber

(Möringen-Uenglingen)