25.01.2026
Worte aus der Kirche zum 25.01.2026
RENOVIERUNGSARBEITEN IN DER KIRCHE – Sie haben sicherlich auch schon mal ihre Wohnung renoviert, vielleicht sogar ein ganzes Haus. Das macht viel Arbeit. Man kann ja nicht einfach die neuen Tapeten anklatschen. Erst muss man mühevoll die alten abkratzen. Vielleicht sogar den Putz, wenn die letzte Renovierung sehr lange her ist
‚Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!‘ – so lautet die Jahreslosung, die für 2026 ausgewählt wurde (Offb.21,5). Ist das für uns als Kirche eine gute oder eine schlechte Nachricht?
‚Alles neu‘ – das klingt gut. Aber der Weg dorthin, die Renovierungsarbeiten, - das ist nicht angenehm. Auf einer Baustelle leben, wohlmöglich sogar für längere Zeit. Das wird anstrengend. Vielleicht sollten wir Gott bitten, das lieber zu lassen mit der Renovierung seiner Kirche. Es geht doch noch, so wie wir es gewohnt sind. Gut, der Putz bröckelt an vielen Stellen. Sehr lange hält das alles nicht mehr, das müssen wir zugeben. Vielleicht lässt sich Gott jedoch darauf ein, einfach ein paar neue Tapeten anzukleben. Dann reicht es vielleicht noch für ein paar Jahre.
‚Siehe, ich mache alles neu.‘ Und fange mal bei der Kirche an. Da ist hoher Sanierungsbedarf. Sagt Gott, und ist schon dabei, den Putz in seiner Kirche abzuschlagen: die Kirche hat nicht mehr allzu viel zu sagen in der Gesellschaft; Traditionen verflüchtigen sich in raschem Tempo; Mitgliederzahlen schmelzen dahin; das Geld wird knapper, Stellen müssen gestrichen werden, Gemeinden zusammengelegt. Die Baustelle wird immer größer.
Es wäre zum Verzweifeln. Wenn wir nicht wüssten, wer da renoviert: ‚Siehe, ich, Gott, mache alles neu‘. Und wenn wir nicht wüssten, dass es ihm um Erneuerung geht, - nicht um Abriss.
Die Jahreslosung macht uns Mut, mitten in der Baustelle zu vertrauen. Mitten im ‚Niedergang‘. Mitten in all dem, was uns traurig macht und uns viel Arbeit bereitet. Darauf zu vertrauen, dass der am Werk ist, dem die Kirche gehört. Und darauf zu vertrauen, dass sein Ziel ist, unserer Kirche auf die Sprünge zu helfen und zu neuer Lebendigkeit zu führen. Mit dem Ziel, dass wir als Kirche wieder bei den Menschen sind und ihre Nöte teilen und ihnen reale Hoffnung und vernünftige Orientierung anbieten, - in dieser Zeit, in der das Leben im Kleinen wie im Großen für Viele immer mehr zur Baustelle wird.
Ulrich Storck, Diesdorf