04.01.2026
Worte aus der Kirche zum 4.1.2026

Frohes Neues – Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gestartet. Neuen Jahren können wir schlecht ausweichen. Die sind plötzlich da. Es ist 2026 und wir werden uns noch eine Weile beim Schreiben des Datums vertun. Wir haben gefeiert, wir haben angestoßen, wir sind ins neue Jahr gestartet.

Anders sieht es mit „dem Neuen“ als großes Ganzes aus. Sicher, das neue Smartphone soll besser als das alte sein; das neue Auto ein bisschen größer und komfortabler als die Vorgängerversion. Das große Ganze aber sollte aus Sicht mancher Menschen eher gleich bleiben. Diesen Eindruck gewinne ich in Gesprächen oder beim Zeitunglesen. Das Neue ist nicht allen geheuer.

Wie unsere Gesellschaft aussieht, welche Freiheiten Einzelne genießen, wie wir auf globale Herausforderungen reagieren wollen – dass soll alt bleiben. Das soll alt werden. Da wird das Rad der Zeit zurückgedreht. Grenzen, Vorschriften, Gewalt und Zwänge werden märchenhaft verklärt. Was aus gutem Grund zu Ende ging, wird zuerst in die Vitrine geholt und von dort aus Sehnsuchtsort. Einer wischt noch Mal akribisch über Hammer, Zirkel, Ehrenkranz, der andere schwelgt in Opas Erinnerungen.

Wer für das Neue steht, wer Lösungen für das Neue sucht, wer Fortschritt für unsere Gesellschaft bringt, wird verächtlich gemacht. Wer nicht mitmacht bei Augenverschließen vor dem Hier und Jetzt, wer Probleme nicht nur wegschieben und auf andere abschieben möchte, findet sich schnell im schneidenden Gegenwind.

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ So lautet die Jahreslosung für 2026. Losungen sind einzelne Sätze aus der Bibel, die für jeden Tag und für jedes Jahr ausgelost werden. Sie sollen uns begleiten und den Glauben anregen. Wenn Gott alles neu macht, dann liegt Segen im mutigen Anpacken. Ja, verschiedene Herausforderungen können uns Angst machen. Aber Gott geht mit. Mit Gott können und sollen wir neue Wege finden – für unsere Gesellschaft, für unsere Zeit. Gott segne Sie im neuen Jahr. Gott segne die, die sich aufmachen und neue, gute Wege gehen, die unserer Freiheit und unserem friedlichen Zusammenleben dienen. Gott segne das Neue unter uns.

 

Pfr. Manfred Kiel, Schönhausen (Elbe)