03.04.2026
Worte zum Karfreitag

Eine Stadt unter Schock, Menschen versammeln sich an der Stätte des Terrors in Stille mit Kerzen in den Händen, an den Stellen, wo Menschen ihr Leben ließen, stehen in kurzer Zeit Mengen an Kerzen, Blumensträußen und Beileidskarten, Aufrufe zum Gedenken, Mahnungen zur Ruhe und gegen die Angst und „dem Bösen“ zu wehren. Und über allem die Fragen: Warum? Wie konnte es so weit kommen? Wer ist verantwortlich?

Karfreitag – der Tag, an dem die Christen den Tag des Leidens und Sterbens Jesu erinnernd feiern. Und auch an dem Tag klingen die Fragen der Menschheit aus allen Zeiten immer wieder angesichts von Leid, Schmerz und Tod mit: Warum? Wie konnte es so weit kommen? Wer ist verantwortlich?

Fragen, die nur andeutungsweise eine Antwort erhalten, aber keine ergründende. Fragen, die gegen unseren Willen und Wunsch ausgehalten werden müssen und sich auch nicht durch künstliche Ablenkung auflösen.

Karfreitag – es ist etwas passiert, was ich nicht wollte und will.

Karfreitag – ein Tag, der aus sich allein nicht zu erklären ist, sondern nur mit Blick von Ostern her: die Auferstehung.

Auferstehung hebt den Schmerz allen Leids und Sterbens nicht auf, stiftet aber Trost und Zuversicht.

Menschliche Karfreitage gibt es nicht nur einmal, er ist immer da, wo menschliches Leben zum Tode kommt. Im Gedenken an den Karfreitag Jesu kommt die Trauer und das Fragen der Menschheit zusammen. Im Begehen dieses Tages bekommen aber auch alle Kerzen und Blumen und Beileidsbekundungen, die je ein Mensch entzündet oder aufgestellt hat einen tröstenden Sinn – es ist nicht alles und es ist nicht das Ende.

Karfreitag – ein Tag, an dem sich Geister scheiden; ist alles aus oder gibt es Hoffnung?

Diesen Tag begehen die Christen nicht nur, sie feiern ihn! Jesus Christus hat gelitten und ist qualvoll gestorben. Dieses Sterben erinnert an die Zuwendung Gottes bis zum letzten Atemzug und festigt unsere Zuversicht, dass nach allem Aushalten von Fragen einmal Antworten kommen.

Als Christen sind wir an diesem Tag, einübend für das eigene Leben, traurig, aber nicht ohne Hoffnung und Zuversicht.